INTERNATIONALE MEDIATION

International ist Mediation schon weit verbreitet. In vielen Ländern, z.B. den USA, gibt es teilweise eine zwingende, teilweise eine freiwillige Verweisung vom Gericht zur Mediation. In dem Streit zwischen Oracle und SAP um Industriespionage hat das zuständige Gericht in Kalifornien den Verhandlungstermin erst anderthalb Jahre nach Klageeinreichung anberaumt. Das Gericht wollte in der Zwischenzeit beiden Parteien Gelegenheit geben, eine Mediation durchzuführen. In Jordanien besteht sogar ein finanzieller Anreiz für den Mediator, eine Einigung zu erreichen. In Australien sind außergerichtliche Konfliktregelungsmodelle vorherrschend. Nicht der Gang zum Gericht, sondern der Gang zum Mediator ist die erste Reaktion bei einem Streit. Daneben ist Mediation auch in vielen Einrichtungen und Verbänden innerbetrieblich verwurzelt.

Aber auch in Europa wird Mediation praktiziert. Die EU hat eine eine Richtlinie zur Mediation im Zivilrecht und im Handelsrecht erlassen. Deutschland und Österreich haben bereits ein nationales Mediationsgesetz für Zivilrechtstreitigkeiten. In Bulgarien ist die Mediation bereits seit 2004 gesetzlich geregelt. Die in Genf ansässige Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) befasst sich bereits seit Mitte der 1990er Jahre mit dem Thema Mediation. Mediation wird auch bei diplomatischen Konflikten zwischen Ländern eingesetzt. Daneben hat Mediation aber auch bei Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in einem Land oder bei Konflikten innerhalb einer Bevölkerungsgruppe international schon gute Dienste geleistet. Beispielhaft sei hier das von Frau Professorin Angela Mickley (Fachhochschule Potsdam) mit initiierte Projekt "Initiative for Active Conflict Transformation in Namibia" genannt.

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